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Massentierhaltung

Legebatterien vs. Bodenhaltung: Klima- und Gülle-Umweltkosten im Vergleich 2024

Dieser Artikel vergleicht die erheblichen Klima- und Gülle-Umweltkosten von Legebatterien mit denen der Bodenhaltung in der industriellen Tierhaltung.

Von Dr. Lena Hartmann4 Min. LesezeitBerlin, DE
Luftaufnahme einer Legebatterienanlage mit sichtbaren Güllebecken, die die Klima- und Gülle-Umweltkosten illustriert.
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Die Wahl zwischen Legebatterien und Bodenhaltung für die Eierproduktion birgt signifikante Unterschiede hinsichtlich ihrer Klima- und Gülle-Umweltkosten. Während Legebatterien oft als effizienter in der Raumausnutzung gelten, führen sie zu einer höheren Konzentration von Gülle und damit verbundenen Emissionen, insbesondere Ammoniak und Methan, die das Klima und lokale Ökosysteme stark belasten. Die Bodenhaltung, obwohl flächenintensiver, bietet oft bessere Möglichkeiten für die Güllebewirtschaftung und kann somit die Umweltbelastung reduzieren.

Welchen Einfluss haben Legebatterien auf Klima- und Gülle-Emissionen?

Legebatterien haben einen erheblichen Einfluss auf Klima- und Gülle-Emissionen, hauptsächlich durch die hohe Konzentration von Tieren auf engstem Raum. Dies führt zu einer massiven Ansammlung von Gülle, die eine Quelle für eine Reihe von Treibhausgasen und Luftschadstoffen ist. Eine Studie des Umweltbundesamtes (2021) zeigte, dass Ammoniakemissionen aus der intensiven Tierhaltung in Deutschland bis zu 95% der gesamten Ammoniakemissionen des Landes ausmachen.

Insbesondere Methan (CH₄) und Lachgas (N₂O) sind potente Treibhausgase, die bei der Zersetzung von Gülle entstehen. Methan hat eine 28-mal höhere Treibhauswirkung als Kohlendioxid über einen Zeitraum von 100 Jahren, während Lachgas sogar 265-mal stärker ist (IPCC, 2014). In Legebatteriesystemen wird die Gülle oft in Gruben unter den Käfigen gesammelt, wo anaerobe Bedingungen die Methanproduktion fördern.

„Die industrielle Haltung, insbesondere in Legebatterien, schafft Hotspots für Umweltverschmutzung, deren Auswirkungen weit über die Stallgrenzen hinausreichen und Ökosysteme global beeinflussen.“

Prof. Dr. Emilia Schmidt, Institut für Agrarökologie, Universität Wageningen

Wie unterscheidet sich die Güllebewirtschaftung in Legebatterien von der Bodenhaltung?

Die Güllebewirtschaftung unterscheidet sich fundamental zwischen Legebatterien und Bodenhaltung. In Legebatterien fällt der Kot der Hennen durch die Drahtböden in Auffangsysteme, oft Güllegruben, wo er sich ansammelt. Diese Gülle wird meist nur selten entfernt, was zu anaeroben Bedingungen führt und die Freisetzung von Ammoniak, Methan und Lachgas begünstigt (European Environment Agency, 2020).

Legebatterien mit beengten Hühnern und Gülle unter den Gittern.
Enge Haltung in Legebatterien verstärkt Umweltprobleme.Humane Foundation

In der Bodenhaltung hingegen wird der Kot direkt auf dem Boden des Stalls abgesetzt und vermischt sich mit Einstreu wie Stroh oder Holzspänen. Dies fördert oft aerobere Bedingungen, was die Methanproduktion tendenziell reduziert. Regelmäßige Einstreu und das Entfernen der Gülle als Festmist ermöglichen eine bessere Kontrolle der Emissionen und eine effizientere Nutzung als Dünger, beispielsweise durch Kompostierung (Landwirtschaftskammer NRW, 2022).

Was sind die primären Umweltkosten von Legebatterien im Vergleich zur Bodenhaltung?

Die primären Umweltkosten von Legebatterien liegen in der hohen Dichte der Emissionen auf engstem Raum. Dies führt zu lokalen Problemen wie Geruchsbelästigung, Nährstoffüberschuss in Böden und Gewässern (Eutrophierung) und einer erhöhten Belastung der Luftqualität durch Feinstaub und Ammoniak. Eine Studie in den Niederlanden (PBL, 2018) zeigte, dass Gebiete mit hoher Konzentration an Intensivtierhaltung signifikant höhere N- und P-Einträge in Oberflächengewässern aufweisen.

Im Gegensatz dazu können die Umweltkosten der Bodenhaltung, obwohl sie ebenfalls Emissionen verursacht, durch die Möglichkeit einer besseren Gülleverteilung und -verarbeitung oft gemildert werden. Die geringere Tierdichte und die Nutzung von Einstreu können dazu beitragen, dass die Freisetzung von Treibhausgasen und anderen Schadstoffen pro Tier geringer ist oder effektiver verwaltet werden kann (Thünen-Institut, 2017). Jedoch erfordert die Bodenhaltung mehr Fläche, was wiederum andere Umweltaspekte wie Landnutzungskonflikte aufwerfen kann.

KriteriumLegebatterienBodenhaltungVERDICT
TierdichteSehr hoch (bis zu 18 Hennen/m² nutzbare Fläche)Mittel (max. 9 Hennen/m² Stallfläche)Legebatterien: Höhere lokale Belastung
Gülle-AnsammlungHohe Konzentration unter den KäfigenVerteilter Kot auf EinstreuLegebatterien: Höheres Potenzial für anaerobe Prozesse
AmmoniakemissionenSehr hoch durch anaerobe ZersetzungGeringer bis mittel durch aerobere BedingungenLegebatterien: Deutlich höhere Emissionen
MethanemissionenHoch durch anaerobe GüllegrubenNiedriger durch Einstreu-ManagementLegebatterien: Höheres Klimarisiko
NährstoffüberschussHohes lokales Risiko durch konzentrierte GülleGeringeres, aber vorhandenes Risiko durch verteilte GülleLegebatterien: Höhere Gefahr für Eutrophierung
Vergleich der Klima- und Gülle-Umweltkosten: Legebatterien vs. Bodenhaltung. Source: Diverse Agrarstudien, 2024

Welche Rolle spielen Konsumentenentscheidungen und politische Rahmenbedingungen?

Konsumentenentscheidungen und politische Rahmenbedingungen sind entscheidend für die Reduzierung der Klima- und Gülle-Umweltkosten der Eierproduktion. Verbraucher können durch den Kauf von Eiern aus Boden-, Freiland- oder Biohaltung, die tendenziell umweltfreundlicher sind, direkten Einfluss nehmen (NielsenIQ, 2023). Das Bewusstsein für die Herkunft und die Produktionsbedingungen der Lebensmittel wächst stetig. In Deutschland hat sich der Anteil der Eier aus Käfighaltung, einschließlich ausgestalteter Käfige, in den letzten zwei Jahrzehnten drastisch reduziert, während Eier aus Boden- und Freilandhaltung zugenommen haben (Statistisches Bundesamt, 2023).

Politische Maßnahmen wie das Verbot von Legebatterien in der EU seit 2012 und strengere Umweltauflagen für die Tierhaltung forcieren eine Umstellung auf nachhaltigere Praktiken. Die Förderung innovativer Güllemanagementtechnologien wie Biogasanlagen, die Methan einfangen und in Energie umwandeln, ist ebenfalls ein wichtiger Schritt (BMEL, 2023). Weiterhin sind Subventionen für tierfreundlichere und umweltschonendere Haltungssysteme essenziell, um Landwirte bei der Umstellung zu unterstützen.

Anteil der Haltungsformen von Legehennen in Deutschland (2000 vs. 2022)

Source: Statistisches Bundesamt, 2023

Häufig gestellte Fragen

Was sind die Hauptursachen für Ammoniakemissionen in der Legehennenhaltung?+

Die Hauptursachen sind die Zersetzung von Harnstoff im Kot zu Ammoniak, begünstigt durch hohe pH-Werte, hohe Temperaturen und unzureichende Lüftung in den Ställen. In Legebatterien tragen die hohe Tierdichte und die Ansammlung von Gülle unter den Käfigen maßgeblich dazu bei (European Environment Agency, 2020).

Kann Gülle aus der Hühnerhaltung nachhaltig genutzt werden?+

Ja, Gülle kann nachhaltig genutzt werden. Durch Kompostierung oder Vergärung in Biogasanlagen lässt sich Methan gewinnen und als Energiequelle nutzen. Der verbleibende Gärrest ist ein wertvoller Dünger, der Stickstoff und Phosphor organisch bindet und somit eine Überdüngung vermeiden kann (BMEL, 2023).

Welche gesundheitlichen Auswirkungen haben die Emissionen aus der industriellen Hühnerhaltung?+

Ammoniak und Feinstaub aus der industriellen Hühnerhaltung können Atemwegserkrankungen bei Arbeitern und Anwohnern verursachen. Stickstoffoxid-Emissionen tragen zur Smogbildung bei, und die Eutrophierung von Gewässern kann Trinkwasserqualität beeinträchtigen (The Lancet Planetary Health, 2019).

Gibt es Alternativen zu Eiern, die diese Umweltprobleme vermeiden?+

Ja, pflanzliche Alternativen zu Hühnereiern bieten eine umweltfreundlichere Option. Produkte auf Basis von Mungbohnenprotein, Kichererbsenmehl oder Tofu können in vielen Rezepten als Ei-Ersatz dienen und tragen zur Reduzierung der Klima- und Gülle-Umweltkosten bei (ProVeg International, 2023).

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