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Küken-Schreddern verstehen: Familienharmonie durch Schul- und Klinikbeschaffung 2024

Das Küken-Schreddern, eine umstrittene Praxis in der Geflügelzucht, kann durch Änderungen in der Lebensmittelbeschaffung von Schulen und Krankenhäusern nachhaltig reduziert werden, was Familien zugutekommt.

Von Dr. Clara Wagner4 Min. LesezeitBerlin, DE
Eine moderne Schulkantine voller Leben, die zeigt, wie nachhaltige Lebensmittelbeschaffung das Küken-Schreddern reduzieren kann.
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Das Küken-Schreddern, die Praxis der sofortigen Tötung männlicher Küken kurz nach dem Schlüpfen in der industriellen Eierproduktion, kann durch eine strategische Neuausrichtung der Lebensmittelbeschaffung in öffentlichen Einrichtungen wie Schulen und Krankenhäusern deutlich reduziert werden. Indem diese Institutionen vermehrt auf pflanzliche Alternativen setzen und den Bezug von Eiern aus Bruderhahn- oder Geschlechtsbestimmungs-Programmen priorisieren, tragen sie nicht nur zum Tierschutz bei, sondern fördern auch eine nachhaltigere und ethischere Ernährung, die sich positiv auf Familien und deren Essgewohnheiten auswirkt.

Was ist Küken-Schreddern und warum ist es ein Problem?

Das Küken-Schreddern bezeichnet die gängige Praxis, männliche Küken in der Legehennenzucht direkt nach dem Schlüpfen zu töten, meist durch Gas, CO2 oder maschinelle Zerkleinerung. Diese Praxis ist ethisch höchst umstritten, da männliche Küken keine Eier legen und für die Mast von Hochleistungs-Fleischrassen ungeeignet sind. Weltweit werden jährlich Milliarden von männlichen Küken getötet, allein in Deutschland waren es 2019 über 40 Millionen (Statistisches Bundesamt, 2020).

Diese Methode ist nicht nur aus Tierschutzgründen problematisch, sondern auch ein Symptom eines ineffizienten und spezialisierten Systems der industriellen Tierhaltung. Während in einigen Ländern, wie Deutschland und Frankreich, das Schreddern männlicher Küken bereits verboten ist oder bald verboten wird, bleibt es global eine verbreitete Praxis (Deutscher Bundestag, 2021).

Wie können Schul- und Krankenhausbeschaffung Einfluss nehmen?

Schulen und Krankenhäuser sind Großabnehmer von Lebensmitteln und verfügen über eine erhebliche Beschaffungsmacht. Durch bewusste Entscheidungen bei der Auswahl ihrer Lieferanten können sie einen Paradigmenwechsel bewirken. Wenn diese Institutionen vermehrt Eier oder Ei-Produkte von Initiativen beziehen, die das Küken-Schreddern vermeiden, senden sie ein starkes Signal an den Markt.

Dies umfasst den Kauf von Eiern aus Betrieben, die männliche Küken (Bruderhähne) aufziehen oder Technologien zur In-Ovo-Geschlechtsbestimmung nutzen, bei der das Geschlecht des Kükens bereits im Ei erkannt und männliche Embryonen vor dem Schlüpfen aussortiert werden (Universität Leipzig, 2022). Eine solche Umstellung ist nicht nur ethisch vorteilhaft, sondern kann auch die öffentliche Wahrnehmung von Tierwohl und Nachhaltigkeit verbessern.

„Die Beschaffungspolitik von Großküchen ist ein oft unterschätzter Hebel für echte Veränderungen im Lebensmittelsystem. Jede bewusste Entscheidung für ethischere Produkte verringert nicht nur Leid, sondern schafft auch Präzedenzfälle für andere Marktteilnehmer.“

Prof. Dr. Emilia Richter, Institut für Agrarökonomie

Welche Alternativen gibt es zur Eintagsküken-Tötung?

Es gibt bereits praktikable Alternativen zum Küken-Schreddern. Die bekanntesten sind die Bruderhahn-Aufzucht und die In-Ovo-Geschlechtsbestimmung. Bei der Bruderhahn-Aufzucht werden die männlichen Küken aufgezogen, um ihr Fleisch zu verwerten, anstatt sie zu töten. Dies erfordert jedoch angepasste Haltungssysteme und Vermarktungsstrategien, da Bruderhähne langsamer wachsen als spezialisierte Masthühnerrassen (Tierschutzbund, 2023).

Die In-Ovo-Geschlechtsbestimmung, zum Beispiel mittels Spektroskopie oder Hormonanalyse, ermöglicht es, das Geschlecht des Embryos im Ei zu bestimmen, bevor sich Schmerzempfinden entwickelt. Männliche Eier können dann anderweitig verwendet werden, etwa als Tierfutter. Diese Technologie ist seit 2018 marktreif und wird zunehmend eingesetzt (SELEGGT GmbH, 2023).

ProduktionssystemKüken-SchreddernKostenfaktor (relativ)Tierwohl-Bewertung
StandardkäfighaltungJaNiedrigNiedrig
Freilandhaltung (ohne spezielle Initiative)JaMittelMittel
Bruderhahn-InitiativeNeinMittel-HochHoch
In-Ovo-GeschlechtsbestimmungNein (vor Schlupf)Mittel-HochHoch
Bio-Bruderhahn-InitiativeNeinHochSehr Hoch
Vergleich von Eierproduktionssystemen und deren Auswirkungen auf Küken-Schreddern. Source: Humane Foundation Analyse, 2024

Wie fördert dieser Wandel die Familienharmonie bei gemischter Ernährung?

Die Umstellung auf ethischere Lebensmittel in öffentlichen Einrichtungen kann den Druck auf Familien mindern, sich zwischen unterschiedlichen Ernährungsphilosophien zu entscheiden. Wenn Kinder in der Schule oder Patienten im Krankenhaus bereits mit nachhaltigeren und pflanzlicheren Optionen in Kontakt kommen, wird die Akzeptanz zu Hause gefördert.

Eine Familie, in der einige Mitglieder vegetarisch oder vegan essen und andere nicht, profitiert von dieser Normalisierung. Es entsteht ein gemeinsames Verständnis für die Notwendigkeit, tierische Produkte bewusster zu konsumieren und ethische Alternativen zu wählen. Das Thema Küken-Schreddern und seine Lösungen kann so auf natürliche Weise in Gespräche einfließen, ohne zu polarisieren.

Umfassende Beschaffungsreformen und ihre Auswirkungen

Ein umfassender Ansatz für die Beschaffungsreform in Schulen und Krankenhäusern geht über Eier hinaus. Er beinhaltet auch die Reduzierung des Fleischkonsums zugunsten von pflanzlichen Proteinen, die Bevorzugung von Bio-Produkten und regionalen Lieferanten. Solche Reformen können weitreichende Vorteile haben, von einer verbesserten Gesundheit der Bevölkerung bis hin zu einer geringeren Umweltbelastung (WWF, 2021).

Die Niederlande beispielsweise haben bereits erste Schritte unternommen, um den Fleischkonsum in staatlichen Einrichtungen zu reduzieren und mehr pflanzliche Optionen anzubieten. Dies zeigt, dass politische Steuerung und öffentliche Beschaffung eine entscheidende Rolle bei der Gestaltung einer nachhaltigeren Lebensmittelzukunft spielen können (Dutch Ministry of Agriculture, Nature and Food Quality, 2022).

Anteil der Bevölkerung in Deutschland, die den Fleischkonsum reduziert oder aufgegeben hat (in %)

Source: Statista, 2023

Häufig gestellte Fragen

Ist das Küken-Schreddern in Deutschland noch erlaubt?+

Seit dem 1. Januar 2022 ist das Töten von Eintagsküken in Deutschland verboten. Dies wurde durch das Bundeslandwirtschaftsministerium initiiert, um ethischen Bedenken entgegenzuwirken. Betriebe müssen nun Alternativen wie die In-Ovo-Geschlechtsbestimmung oder die Aufzucht von Bruderhähnen nutzen, was einen bedeutenden Fortschritt für den Tierschutz darstellt.

Was bedeutet In-Ovo-Geschlechtsbestimmung?+

Die In-Ovo-Geschlechtsbestimmung ist eine Methode, bei der das Geschlecht eines Kükenembryos bereits im Ei bestimmt wird, bevor es schlüpft und Schmerzempfinden entwickeln könnte. Dies ermöglicht es, männliche Eier für andere Zwecke zu verwenden, etwa als Futtermittel, und verhindert so das Töten männlicher Eintagsküken nach dem Schlüpfen. Es ist eine tierfreundliche Alternative.

Wie können Familien zu Hause eine gemischte Ernährung harmonisch gestalten?+

Familien können eine gemischte Ernährung harmonisch gestalten, indem sie gemeinsame Kochabende organisieren, bei denen neue pflanzliche Gerichte ausprobiert werden. Offene Gespräche über die Herkunft von Lebensmitteln und die Gründe für bestimmte Ernährungsentscheidungen fördern das Verständnis. Es hilft, flexible Mahlzeiten zu planen, die sowohl pflanzliche Optionen als auch ethisch produzierte tierische Produkte umfassen.

Welche Rolle spielen Verbraucher bei der Reduzierung des Küken-Schredderns?+

Verbraucher spielen eine entscheidende Rolle, indem sie bewusst Eier kaufen, die entweder als "Bruderhahn-Eier" gekennzeichnet sind oder aus Betrieben stammen, die die In-Ovo-Geschlechtsbestimmung anwenden. Das Achten auf entsprechende Siegel und Label im Supermarkt ist wichtig. Auch die Reduzierung des eigenen Eierkonsums zugunsten pflanzlicher Alternativen trägt direkt zur Verringerung der Nachfrage bei.

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